Wie viel Deko ist zu viel?

Wie viel Deko ist genug? – Zwischen gemütlich, persönlich und einfach zu viel

Die Vase vom letzten Flohmarkt steht auf der Kommode. Daneben zwei Kerzenständer, die ihr unbedingt haben musstet. Auf dem Fensterbrett haben sich inzwischen vier Pflanzen, eine Laterne und die kleine Keramikschale aus dem letzten Urlaub versammelt. Das Sofa trägt fünf Kissen, an der Wand hängen Bilder und auf dem Couchtisch liegen Bücher, Kerzen und eine hübsche Schale. Eigentlich mögt ihr jedes einzelne Stück. Und trotzdem beschleicht euch irgendwann das Gefühl: Ist das vielleicht ein bisschen viel?

Aber wie viel Deko ist eigentlich genug?

Darauf gibt es leider – oder zum Glück – keine mathematische Antwort. Niemand kann euch sagen, dass drei Vasen stilvoll, vier Vasen gemütlich und fünf Vasen eindeutig zu viel sind. Ein Zuhause ist schließlich kein Möbelkatalog. Was in einem Raum wunderbar wohnlich aussieht, kann in einem anderen bereits unruhig wirken.

Trotzdem gibt es einige ziemlich deutliche Anzeichen dafür, dass die Dekoration langsam die Oberhand gewinnt. Und es gibt ein paar einfache Tricks, mit denen ihr auch viele Lieblingsstücke unterbringen könnt, ohne dass eure Wohnung überladen wirkt.

Warum wir überhaupt dekorieren

Eine Wohnung ohne Dekoration kann perfekt eingerichtet sein und sich trotzdem seltsam unfertig anfühlen. Sofa, Tisch, Schrank und Bett erfüllen ihren Zweck – doch erst die kleinen Dinge dazwischen erzählen etwas über die Menschen, die dort wohnen.

Das Foto aus dem Urlaub erinnert an einen besonderen Moment. Die alte Vase stammt vielleicht von der Großmutter. Der Kerzenständer war ein Flohmarktfund, über den ihr euch heute noch freut. Bücher verraten Interessen, Pflanzen bringen Leben in den Raum und Bilder geben kahlen Wänden Persönlichkeit.

Dekoration hat deshalb nicht nur eine optische Funktion. Sie schafft Atmosphäre und macht aus eingerichteten Räumen ein Zuhause.

Genau deshalb ist die Frage „Wie viel Deko ist genug?“ so schwierig. Denn sobald persönliche Erinnerungen im Spiel sind, lässt sich Dekoration nicht mehr ausschließlich nach gestalterischen Regeln beurteilen.

Und das sollte sie auch nicht.

Wie viel Deko ist genug?

Genug Deko habt ihr dann, wenn sich ein Raum für euch vollständig und wohnlich anfühlt, ohne dass die Dekoration seine eigentliche Wirkung überlagert.

Das klingt zunächst etwas schwammig. In der Praxis lässt sich die Grenze aber erstaunlich gut erkennen.

Schaut euch einen Raum einmal von der Tür aus an. Wohin fällt euer Blick zuerst? Gibt es einen Punkt, der sofort Aufmerksamkeit bekommt? Vielleicht ein schönes Bild, ein außergewöhnliches Möbelstück oder eine große Vase?

Oder wisst ihr gar nicht, wohin ihr zuerst schauen sollt?

Wenn jedes Regal, jede Fensterbank, jede Wand und jeder Tisch dekoriert ist, konkurrieren all diese Dinge miteinander. Selbst besonders schöne Stücke verlieren dann ihre Wirkung.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ihr automatisch weniger besitzen müsst. Häufig reicht es schon, Dekoration anders anzuordnen.

Wann wirkt Deko überladen?

Überladen bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich besonders viele Gegenstände in einem Raum befinden. Auch wenige Dinge können unruhig wirken, wenn Farben, Formen und Materialien überhaupt nicht miteinander harmonieren.

Umgekehrt können zwanzig oder dreißig Dekoelemente erstaunlich stimmig aussehen, wenn sie Teil eines durchdachten Gesamtkonzepts sind.

Wenn jede freie Fläche gefüllt wird

Eine freie Stelle auf der Kommode? Da könnte doch noch eine Vase hin.

Auf dem Sideboard ist noch Platz? Perfekt für eine Kerze.

Die Fensterbank sieht etwas leer aus? Dann stellen wir eben noch eine Pflanze darauf.

Dieser Gedanke ist wahrscheinlich einer der häufigsten Gründe dafür, dass Räume irgendwann überladen wirken. Freie Flächen werden als Lücken wahrgenommen, die gefüllt werden müssen.

Dabei sind sie für die Raumgestaltung enorm wichtig.

Eine freie Fläche ist kein fehlendes Dekoelement. Sie gibt den vorhandenen Dingen Raum, um zu wirken.

Eine auffällige Vase sieht auf einer ansonsten ruhigen Kommode häufig viel interessanter aus als zwischen sieben weiteren Accessoires. Ein Bild bekommt mehr Aufmerksamkeit, wenn nicht direkt daneben fünf andere Motive hängen.

Wenn ihr eure Lieblingsstücke nicht mehr wahrnehmt

Ein interessantes Phänomen: Je mehr Dinge ständig sichtbar sind, desto weniger nehmen wir einzelne Gegenstände bewusst wahr.

Vielleicht steht auf eurem Regal eine wunderschöne handgefertigte Keramikschale. Früher habt ihr sie jedes Mal angesehen, wenn ihr am Regal vorbeigegangen seid. Inzwischen steht sie zwischen Bilderrahmen, Kerzen, Büchern, Figuren und Trockenblumen.

Sie ist noch da – aber irgendwie unsichtbar geworden.

Spätestens dann lohnt es sich, die Dekoration neu zu ordnen.

Wenn Putzen zum Hindernislauf wird

Es gibt noch einen ziemlich praktischen Hinweis darauf, dass es eventuell zu viel Deko geworden ist: Ihr habt keine Lust mehr, Staub zu wischen, weil dafür erst 27 kleine Gegenstände vom Regal geräumt werden müssen.

Natürlich muss eine Wohnung nicht ausschließlich nach praktischen Gesichtspunkten eingerichtet sein. Aber wenn Dekoration den Alltag unnötig kompliziert, darf sie durchaus hinterfragt werden.

Weniger Deko bedeutet nicht automatisch mehr Stil

Minimalismus hat unsere Vorstellung von stilvollen Wohnungen stark geprägt. Große freie Flächen, wenige ausgewählte Objekte und zurückhaltende Farben wirken auf Fotos elegant und aufgeräumt.

Aber nicht jeder fühlt sich in solchen Räumen wohl.

Vielleicht liebt ihr Farben, Flohmarktfunde, Bücher, Pflanzen, Bilder und Erinnerungsstücke. Vielleicht mögt ihr den Boho-Stil, Vintage-Einrichtungen oder sogar Maximalismus.

Dann wäre es ziemlich unsinnig, eure Wohnung leerzuräumen, nur weil irgendwo behauptet wird, dass drei Dekogegenstände pro Regal das perfekte Maß seien.

Ein Zuhause darf voll sein.

Es sollte nur nicht zufällig voll wirken.

Der Unterschied zwischen dekoriert und vollgestellt

Hier liegt wahrscheinlich das eigentliche Geheimnis.

Eine dekorierte Wohnung besitzt ein erkennbares Konzept. Eine vollgestellte Wohnung wirkt dagegen häufig so, als hätten Gegenstände einfach dort einen Platz gefunden, wo gerade noch Platz war.

Ihr könnt deshalb durchaus viele Dekorationen verwenden. Versucht jedoch, Zusammenhänge zwischen ihnen herzustellen.

Deko in Gruppen arrangieren

Anstatt zehn einzelne Gegenstände gleichmäßig über ein langes Sideboard zu verteilen, könnt ihr daraus beispielsweise zwei oder drei kleine Gruppen bilden.

Kombiniert dabei unterschiedliche Höhen und Größen. Eine höhere Vase kann neben einer niedrigeren Schale und einem Kerzenständer stehen. Ein kleiner Stapel Bücher schafft eine zusätzliche Ebene.

Zwischen diesen Gruppen darf ruhig Platz bleiben.

Dadurch entstehen kleine dekorative Inseln. Das Auge erkennt Zusammenhänge und der gesamte Bereich wirkt ruhiger.

Wiederholungen schaffen

Auch Wiederholungen bringen Ordnung in eine umfangreiche Dekoration.

Das können beispielsweise bestimmte Farben sein, die an mehreren Stellen wieder auftauchen. Vielleicht findet sich das dunkle Grün eines Kissens in einer Vase und später noch einmal in einem Bild wieder.

Auch Materialien können diese Verbindung herstellen. Holz, Messing, Glas, Keramik oder Naturmaterialien lassen sich bewusst wiederholen.

So entsteht ein roter Faden.

Wie viel Deko passt auf Sideboard, Tisch und Fensterbank?

Gerade kleine Flächen verführen dazu, sie komplett zu dekorieren. Dabei werden sie schnell unruhig.

Das Sideboard

Ein Sideboard bietet viel Platz und scheint geradezu nach Dekoration zu rufen. Ihr müsst die gesamte Fläche jedoch nicht gleichmäßig füllen.

Probiert beispielsweise eine Kombination aus einem größeren Objekt und mehreren kleineren Elementen. Über dem Sideboard kann zusätzlich ein Bild oder Spiegel hängen.

Besonders interessant wird die Gestaltung, wenn nicht alles exakt symmetrisch angeordnet ist.

Lasst bewusst einen Teil der Oberfläche frei. Diese freie Fläche gehört optisch genauso zur Gestaltung wie die Dekoration selbst.

Der Couchtisch

Beim Couchtisch kommt ein weiterer Punkt hinzu: Er soll benutzbar bleiben.

Wenn ihr jedes Mal fünf Dekogegenstände umräumen müsst, um zwei Kaffeetassen abzustellen, hat die Dekoration möglicherweise etwas zu viel Raum erobert.

Praktisch sind Tabletts. Darauf könnt ihr Kerzen, kleine Vasen oder andere Gegenstände zusammenstellen. Möchtet ihr den Tisch benutzen, lässt sich die gesamte Gruppe mit einem Handgriff verschieben.

Die Fensterbank

Fensterbänke sind klassische Sammelstellen für Dekoration. Besonders Pflanzen fühlen sich dort natürlich wohl.

Achtet jedoch darauf, dass die Dekoration nicht das gesamte Fenster optisch blockiert. Tageslicht ist selbst ein wichtiges Gestaltungselement.

Eine Mischung aus Pflanzen unterschiedlicher Höhe kann wesentlich spannender aussehen als eine lückenlose Reihe kleiner Blumentöpfe.

Große Dekoration statt vieler Kleinigkeiten

Wenn ein Raum schnell unruhig wirkt, könnt ihr ausprobieren, mehrere kleine Dekorationen durch wenige größere Objekte zu ersetzen.

Statt fünf kleiner Bilder könnte beispielsweise ein großes Wandbild hängen. Statt mehrerer kleiner Vasen setzt ihr eine auffällige Bodenvase ein. Eine große Zimmerpflanze kann wirkungsvoller sein als zahlreiche kleine Töpfe.

Das bedeutet nicht, dass kleine Dekoration grundsätzlich problematisch ist. Kleine Gegenstände brauchen lediglich stärker ein gemeinsames Konzept.

Habt ihr beispielsweise eine Sammlung kleiner Figuren oder Keramikstücke, kann es besser aussehen, diese bewusst zusammen zu präsentieren, statt sie in der gesamten Wohnung zu verteilen.

Nicht jeder Raum braucht gleich viel Deko

Auch die Funktion eines Raumes spielt eine Rolle.

Wohnzimmer dürfen Persönlichkeit zeigen

Im Wohnzimmer verbringen wir viel Zeit. Hier dürfen Bücher, Bilder, Pflanzen, Kissen, Kerzen und persönliche Erinnerungen sichtbar sein.

Gerade Wohnzimmer profitieren häufig von mehreren dekorativen Ebenen: Wandgestaltung, Textilien, Pflanzen und kleinere Accessoires können gemeinsam für Gemütlichkeit sorgen.

Im Schlafzimmer darf es ruhiger werden

Im Schlafzimmer kann eine reduzierte Dekoration angenehm sein. Zu viele Gegenstände, kräftige Muster und zahlreiche optische Reize können den Raum unruhiger erscheinen lassen.

Das bedeutet nicht, dass Schlafzimmer steril sein müssen. Schöne Bettwäsche, ein Bild, eine Leuchte, ein Teppich und einige ausgewählte Accessoires reichen oft schon, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen.

Küche und Bad brauchen Bewegungsfreiheit

In Küche und Bad spielt Funktionalität eine besonders große Rolle.

Dort solltet ihr euch fragen, ob die Dekoration tatsächlich schön aussieht oder hauptsächlich Arbeits- und Ablageflächen blockiert.

Eine hübsche Seifenschale im Bad oder Kräutertöpfe in der Küche können gleichzeitig dekorativ und praktisch sein. Solche Gegenstände sind gerade in kleineren Räumen besonders sinnvoll.

Die Größe des Raumes entscheidet nicht allein

Oft heißt es, kleine Räume bräuchten wenig Dekoration. Ganz so einfach ist es nicht.

Auch ein kleines Zimmer kann reich dekoriert sein. Entscheidend sind Proportionen und visuelle Ordnung.

Viele winzige Gegenstände können einen kleinen Raum schnell kleinteilig wirken lassen. Einige größere Dekoelemente schaffen dagegen häufig mehr Ruhe.

In großen Räumen passiert manchmal das Gegenteil. Dort wirken zu kleine Accessoires schnell verloren. Eine winzige Vase auf einer zwei Meter langen Kommode braucht möglicherweise Gesellschaft – oder sie wird durch ein deutlich größeres Objekt ersetzt.

Dekoration sollte deshalb immer im Verhältnis zu Möbeln und Raumgröße betrachtet werden.

Was tun mit Deko, die ihr liebt, aber nicht mehr unterbringen könnt?

Das ist wahrscheinlich die schwierigste Frage. Denn aussortieren klingt leicht, solange es um Dinge geht, die einem egal sind.

Aber was passiert mit all den schönen Dingen?

Ihr müsst euch nicht zwingend davon trennen.

Dekoration saisonal wechseln

Eine einfache Lösung ist ein kleines Dekolager.

Ein Teil eurer Lieblingsstücke bleibt sichtbar, der Rest wartet im Schrank oder in beschrifteten Boxen. Nach einigen Monaten könnt ihr austauschen.

Der Effekt ist erstaunlich: Gegenstände, die lange im Schrank standen, fühlen sich plötzlich wieder neu an.

Gleichzeitig könnt ihr eure Wohnung an Jahreszeiten anpassen. Im Frühjahr dürfen leichte Farben und Blumen einziehen, im Herbst warme Naturtöne, im Winter Kerzen und gemütliche Textilien.

Ihr braucht dafür nicht jedes Mal neue Dekoration zu kaufen. Oft reicht es, vorhandene Dinge neu zusammenzustellen.

Muss Deko überhaupt zusammenpassen?

Nein. Zumindest nicht im klassischen Sinne.

Eine Wohnung kann ausgesprochen spannend aussehen, wenn alte und neue Stücke, unterschiedliche Materialien oder verschiedene Stilrichtungen zusammentreffen.

Das funktioniert besonders gut, wenn es trotzdem irgendeine Verbindung gibt.

Ein antiker Kerzenständer kann wunderbar neben einer modernen Vase stehen. Ein alter Holzschrank verträgt sich durchaus mit zeitgenössischer Kunst.

Problematisch wird es erst, wenn wirklich alles gleichzeitig um Aufmerksamkeit kämpft.

Ihr braucht also keinen perfekt durchgestylten Wohnstil. Ein wenig Reibung macht Räume sogar interessanter.

Der Foto-Trick zeigt euch, ob es zu viel Deko ist

Wenn ihr euch bei einem Raum nicht sicher seid, fotografiert ihn.

Das klingt banal, funktioniert aber erstaunlich gut.

Wir gewöhnen uns an unsere Umgebung und nehmen viele Dinge irgendwann kaum noch wahr. Auf einem Foto betrachten wir den Raum mit etwas mehr Abstand.

Schaut euch das Bild an und fragt euch: Was fällt zuerst auf? Gibt es ruhige Bereiche? Wirkt etwas gedrängt? Verschwindet ein schönes Möbelstück hinter der Dekoration?

Oft erkennt ihr auf dem Foto sofort, wo ihr etwas verändern könnt.

Probiert die Wegnehmen-Methode

Ihr müsst euch nicht sofort von Dingen trennen.

Wenn euch eine Ecke zu voll vorkommt, nehmt zunächst ungefähr ein Drittel der Dekoration weg und stellt die Sachen vorübergehend in einen anderen Raum.

Schaut euch anschließend das Ergebnis an.

Fehlt etwas? Dann stellt einzelne Stücke zurück.

Wirkt die Fläche plötzlich interessanter? Dann habt ihr wahrscheinlich die richtige Richtung gefunden.

Das funktioniert besser als der Versuch, jedes einzelne Objekt kritisch zu beurteilen. Denn natürlich gefällt euch die schöne Vase. Sonst hättet ihr sie schließlich nicht gekauft.

Die entscheidende Frage lautet nicht: „Ist dieses Stück schön?“

Sondern: „Braucht dieser Platz dieses Stück?“

Die häufigsten Anzeichen für zu viel Deko

Wenn ihr unsicher seid, können euch einige einfache Fragen bei der Entscheidung helfen:

  • Gibt es noch freie Flächen, auf denen das Auge zur Ruhe kommen kann?
  • Erkennt ihr einzelne Lieblingsstücke oder verschwinden sie in der Menge?
  • Könnt ihr Tische, Kommoden und Ablagen noch problemlos benutzen?
  • Gibt es wiederkehrende Farben, Formen oder Materialien?
  • Wirkt die Dekoration bewusst arrangiert oder eher zufällig abgestellt?
  • Gefällt euch der Raum wirklich – oder dekoriert ihr nur weiter, weil irgendwo noch Platz ist?

Wenn ihr die letzte Frage mit einem kleinen ertappten Lächeln beantwortet, wisst ihr vermutlich bereits, wo ihr anfangen könnt.

Maximalismus: Wenn „viel“ genau richtig ist

Und dann gibt es natürlich noch einen Wohnstil, bei dem die Frage „Ist das zu viel?“ beinahe zur Provokation wird: Maximalismus.

Gemusterte Tapeten, Bilderwände, farbige Möbel, Bücher, Kunst, Pflanzen, Kissen, Sammlungen und ungewöhnliche Fundstücke dürfen hier gemeinsam auftreten.

Doch auch guter Maximalismus ist nicht einfach Chaos.

Farben wiederholen sich. Objekte werden gruppiert. Bilderwände besitzen eine erkennbare Struktur. Große Elemente geben kleinen Dingen Halt.

Gerade daran zeigt sich besonders deutlich: Die Menge allein entscheidet nicht darüber, ob eine Wohnung überladen wirkt.

Warum ihr nicht jedem Wohntrend folgen müsst

Wohntrends können inspirieren. Problematisch wird es nur, wenn sie zu Regeln werden.

Eine Zeit lang musste scheinbar jede Wohnung möglichst minimalistisch sein. Dann kamen Trockenblumen, Pampasgras und Beige. Später durfte wieder mehr Farbe einziehen.

Wenn ihr versucht, eure Einrichtung jedem neuen Trend anzupassen, verliert sie irgendwann genau das, was ein Zuhause besonders macht: eure Persönlichkeit.

Behaltet deshalb Dinge, die euch wirklich gefallen – auch wenn sie gerade nicht auf jedem Wohnaccount auftauchen.

Und kauft nicht automatisch neue Dekoration, nur weil sie momentan angesagt ist.

Manchmal ist die schönste Veränderung in einem Raum sogar kostenlos: Dinge umstellen, neu kombinieren oder für eine Weile verschwinden lassen.

Wie viel Deko ist genug? Ihr entscheidet

Vielleicht besitzt ihr drei sorgfältig ausgewählte Vasen und findet das vollkommen ausreichend. Vielleicht habt ihr 40 Zimmerpflanzen und überlegt gerade, wo Nummer 41 stehen könnte.

Beides kann richtig sein.

Eine Wohnung muss nicht aussehen wie ein perfekt inszeniertes Interior-Foto. Sie darf zeigen, dass darin Menschen leben. Bücher dürfen herumliegen. Auf dem Kühlschrank können Urlaubsmagnete hängen. Auf dem Regal darf die seltsame Keramikfigur stehen, die sonst niemand schön findet.

Denn Dekoration ist keine mathematische Aufgabe.

Wenn ihr euch in einem Raum wohlfühlt, eure Lieblingsstücke noch wahrnehmt und genügend Platz zum Leben bleibt, ist wahrscheinlich genau die richtige Menge erreicht.

Und wenn ihr irgendwann vor der Kommode steht, auf der sich Vasen, Kerzen, Bilderrahmen, Schalen und kleine Figuren gegenseitig den Platz streitig machen, müsst ihr nicht gleich ausmisten.

Nehmt zwei oder drei Dinge weg.

Geht aus dem Zimmer.

Kommt noch einmal herein.

Und schaut, wie sich der Raum plötzlich verändert.

Manchmal lautet die Antwort auf die Frage „Wie viel Deko ist genug?“ nämlich nicht „weniger“.

Sondern einfach: ein bisschen mehr Luft dazwischen.

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